2017/Erwartungen/Vorsätze

Nun ist es da und auch schon ganze 20 Tage alt, das Jahr 2017!

Viele haben 2016 verflucht und waren froh, als es vorbei war. Auch ich habe Silvester um Mitternacht gesagt: fuck you 2016…. aber d.h. noch lange nicht, dass ich 2016 verfluche.

Wie war das Jahr für mich, für uns? Es begann im Januar direkt mit dem nächsten Todesfall. Meine Schwiegermutter ist am 31.1. eingeschlafen. Für sie war es eine Erlösung. Sie hat es zum Schluss herbei gesehnt. Auf der Intensivstation haben wir ihr beide gesagt: du darfst gehen, es ist ok, wenn du gehst. Ihr Blick war so dankbar, so glücklich. Es hatte aus der Familie sonst keiner gesagt und man merkte ihr die Erleichterung direkt an. Sie lächelte und sagte Danke und: bald werde ich fliegen…intergalaktisch fliegen. So ein genialer Satz und was für eine tolle Sicht. Aber es passt ja. 

Dann schrottete am Tag der Beerdigung mein Mann unser Auto. Naja, es war nicht Schrott, aber schon ein ordentlicher Schaden von 5.600€… wie gut, dass wir VK versichert sind und letztlich ist es nur ein Auto und man kann es reparieren. Leben kann man nicht reparieren. Natürlich ist es ärgerlich, aber wenn ich mich darüber halb schwarz ärgere, wird der Schaden auch nicht kleiner oder verschwindet. Also, Krone gerade rücken, Mund abwischen und weiter machen. 

Und das haben wir gemacht. Neuer Job bei meinem Mann und wir haben gelernt, was es heißt, mit Mindestlohn auszukommen. Scheisse ist es! Einfach nur scheisse! Moderne Sklaverei nennt man es…. keine Pause, durcharbeiten… und am Ende des Monats Tränen in den Augen haben, wenn man auf den Gehaltszettel schaut. Aber Mund abgewischt und das Beste daraus machen. Weiter umschauen nach einer neuen Stelle. Ich habe nun gelernt, wie man Bewerbungen schreibt… ja hey, klingt doof. Aber über 25 Jahre öffentlicher Dienst, da verlernt man es und man weiß ja gar nicht mehr, wie die Anforderungen so sind. Und als Berufskraftfahrer (Ehemann) muss man nicht immer eine so ausführliche Bewerbung abgeben. Man merkt, wie schwer es ist, eine neue Stelle zu bekommen. Ab einem gewissen Alter noch einmal mehr. Hat er vor 10, 15 Jahren gar keine Probleme gehabt, so dauert es jetzt. Fast alles läuft über Arbeitnehmerüberlassung und schreibt ein Arbeitgeber mal selbst aus, dauert es bis er sich meldet…. 

So plätscherte 2016 vor sich hin. Wir lernten ohne Papa auszukommen, lernten Geduld und Geduld… trotzdem fehlt Papa an allen Ecken und Enden. Aber Trauer macht einen auch stark und man lernt sehr viel über sich und erst Recht über andere. Ich für meinen Teil kann aber sagen: ich bin an ihr gewachsen. 

Auf der Arbeit wurde dann angeboten: Selbstbehauptung, Selbstverteidigung. Ich war neugierig, muss im Winter dunkle Ecken hoch zur S-Bahn gehen und fühlte mich immer dementsprechend. Also angemeldet für den Kurs und dadurch eine neue Liebe entdeckt. Schon nach der ersten Stunde total fasziniert und ein Stück weit infiziert. Von da an habe ich jeden Dienstag entgegen gefiebert. Meinem Mann erzählt und unseren Lehrer (Sifu) gefragt, ob wir zum Probetraining kommen können. Natürlich konnten wir. Mein Mann war erst skeptisch. Konnte sich nichts darunter vorstellen, fand es auch erst Quatsch. Nach der Stunde war auch er fasziniert und infiziert;) Und wir von dem Tag an Wing Tsun Schüler. Es ist so faszinierend, man lernt soviel und man hört nie auf zu lernen. Man erlebt sich ganz anders. Und man bekommt mehr Selbstvertrauen. So wurde die zweite Hälfte von 2016 besser. Neue Leute, neuer Sport und dann kam der neue Job bei meinem Mann. Endlich kein Mindestlohn mehr und auch vor allem anerkannt sein bei Kollegen und auch bei der Führung. Und mit dem neuen Job stand auch 2017 vor der Türe. 

Ich freue mich auf dieses neue Jahr. Vorsätze? Nur einen: einfach das Beste aus diesem Jahr machen. Dem Reitsport haben wir etwas den Rücken gekehrt. Wir pausieren erst einmal. Hat nichts mit WingTsun zu tun, aber es passt einfach gerade. Es wird sicherlich ein tolles und spannendes Jahr mit tollen Augenblicken. 

Ansonsten keine Vorsätze, keine Erwartungen. Ich lasse alles auf mich zukommen und schaue, dass es für mich passt. Passt es nicht, wird es passend gemacht. 😉 

Und stolpert man mal über ein Bein, dann wird sich die Hose abgewischt und abgeputzt und weiter gegangen. Beim Reiten heißt es schließlich auch: runter gefallen, Hose abklopfen, aufsteigen und weiter reiten. Gilt auch fürs Leben! 

Advertisements