Frühlingszeit = Krabbelzeit = Hundebesitzer = Zeckenzeit

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Ich habe euch hier an dieser Stelle ein Bild von einer echten, vollgesogenen Zecke erspart. Die meisten sollten so ein Drecksvieh schon einmal gesehen haben. Zumindest die Hundebesitzer unter uns. Kaum ist das Frühjahr da, sind auch die Zecken wieder da. Zecken mag niemand. Es sind wohl die unbeliebtesten Tiere überhaupt. Ich hasse Zecken. Aber dank meines Hundes ekel ich mich nicht mehr so davor. Denn natürlich hat er in seinen 13 Lebensjahren auch schon Zecken gehabt. Bis wir ihn gebarft haben, habe ich ehrlich gesagt, mir nicht so viele Gedanken gemacht bzgl. Chemie. Ich muss es zu meiner Schande ja eingestehen. Dank des Barfens beschäftigt man sich aber auch zwangsläufig einfach mehr mit anderen Sachen und man stellt fest, dass man vieles einfach unüberlegt gemacht hat oder auch schlichtweg seinem Tierarzt geglaubt hat. Ich werde hier ganz bestimmt nicht gegen Tierärzte wettern. Nicht falsch verstehen. Aber in manchem sind sie einfach zu vorschnell: sei es mit Kastration oder auch mit Chemie. Nein, ich bin ganz bestimmt nicht Öko. Aber vieles geht durchaus auch anders und auch besser. Wirksamer und besser und gesünder fürs Tier. Ich möchte meinem Hund keine Tablette gegen Zecken verabreichen, die Nervengift enthält. Denn sobald sich Zecken auf den Hund setzen und sich festsaugen wollen, werden sie vergiftet. Halten wir das also mal fest: so eine Zecke wird durch so eine Tablette, die mein Hund geschluckt hat, innerhalb von 12 Stunden auf dem Hund abgetötet! Aber dieses Gift ist ja auch dann in meinem Hund. Wie kann denn so etwas gesund für meinen Hund sein? Diese Tablette hat auch eine gewisse Wirksamkeit von mehreren Wochen. Wie stark muss sie also wirken, dass sie noch nach 8 Wochen immer noch Zecken abtötet. Dieses Gift muss dann also immer noch in meinem Hund sein. Ganz ehrlich, wollt ihr so etwas? Ich definitiv nicht! Ich schlucke doch auch nicht eine solche Tablette, die über mehrere Wochen anhält.
Keine Frage, Zecken können Krankheiten übertragen und auch gefährliche Krankheiten übertragen. Kein Hundebesitzer möchte das. Natürlich sollte man etwas dagegen tun. Diverse Spots oder Halsbänder stehen da auch noch zur Auswahl. Mit diesen Spots kenne ich mich nicht aus, wir haben nie welche benutzt. Halsbänder, auch da gibt es verschiedene. Wir brauchen uns nichts vorzumachen: wirklich gesund ist das alles nicht. Denn sie sind nunmal mit Chemie voll und mache ich so ein Halsband um, überträgt sich das auch auf meinen Hund. Ich für meinen Teil selbst, könnte aber immer noch eher mit einem Halsband gegen Zecken leben. Wohne ich in einem Gebiet, wo es von Zecken nur so wimmelt und mein Hund ein Zeckensammler ist und ich jeden Tag 5 – 10 Zecken absammel, dann würde ich wohl ein Zeckenhalsband in Erwägung ziehen. Vorausgesetzt, andere Mittel helfen nicht! Natürliche Mittel. Auch wir selbst haben schon das Halsband Scalibor benutzt. Unser Hund hat es vertragen. Ich habe es aber auch nur die ersten zwei Tage komplett dran gelassen. Dann habe ich es nur angelegt, wenn wir rausgegangen sind. Waren wir zu Hause, dann habe ich es abgemacht. Aber im Grunde mag ich es auch nicht mehr um meinen Hund machen. Denn wir machen uns hier nichts vor: gesund ist etwas anderes 😉

Was für Möglichkeiten habt ihr sonst noch? Die einfachste und effektivste: Hund nach dem Spaziergang genau absuchen. Nun haben wir es einfach: wir haben einen hellen, weißen und kurzhaarigen Hund. Auf seinem Fell kann man durchaus die Zecken schon sehen, wenn sie sich gerade darauf begeben haben. Sie sind dann noch klein und man kann sie einfach wegnehmen. Bei langhaarigen Hunden sieht das da alles natürlich anders aus und auch bei Hunden mit dunklem Fell. Trotzdem kann man natürlich den Hund absuchen. Eine natürliche und auch durchaus sehr wirksame Methode ist Kokosöl. Vor dem Spaziergang etwas Kokosöl in den Handflächen verreiben und damit über den Hund streichen. Ich gehe über den Rücken leicht, unter den Bauch, Beine, Hals, Ohren. Habt ihr zuviel genommen, ist euer Hund leicht fettig 😉 Kommt auch mal bei mir vor. Aber innerhalb der nächsten 1, 2 Tage ist das auch wieder weg. Anfangs müsst ihr das natürlich regelmäßig machen. D.h. möglichst jeden Tag den Hund einreiben. Später kann man alle 2 – 3 Tage den Hund einreiben. Wir haben es gemacht und dieses Jahr (toi toi toi) noch keine Zecke gehabt. Wir benutzen übrigens dieses Kokosöl. Findet man doch eine, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Zecke aus dem Hund zu bekommen. Bitte hier kein Öl auf die Zecke tröpfeln und/oder sie hin und her drehen. Kauft euch eine gescheite Zeckenzange (gibt es mittlerweile überall) oder eine Pinzette (wir nutzen diese hier von Rubis und mit der komme ich bestens an die Zecke. Denn sie hat eine ganz dünne und sehr feine Spitze und mit dieser komme ich direkt an die Zecke). Zecke mit der Zeckenzange oder der Pinzette packen, ganz weit unten, am Kopf quasi und dann einfach herausziehen. Nicht drehen oder sonst was. Einfach ziehen. Wir haben zum Glück einen Hund, der sich das alles gefallen lässt 😉 Danach nicht die Zecke einfach wegschmeißen. Das Vieh lebt weiter!! Und kann sich, je nachdem wo ihr sie hingeschmissen habt, durchaus einen neuen Herd suchen. Also tötet die Zecke. Ich lege sie meistens auf Klopapier, drücke zusammen und spüle sie im Klo runter. Oder trete drauf. Fertig. Natürlich sollte man die Stelle ruhig etwas beobachten. Aber in den meisten Fällen passiert nichts.

Dann gibt es noch weitere Alternativen zur Zeckenbekämpfung. Es gibt Bernsteinketten für Hunde. Viele schwören darauf, viele sagen es ist Quatsch. Die Wissenschaft hat geforscht und festgestellt: keinerlei Wirkung. Ich kann zur Wirkung nichts sagen, denn ich habe es noch nie ausprobiert. Aber warum soll es hier nicht Hunde geben, bei denen es funktioniert? Was wissen wir denn schon von der Welt und der Natur? 😉 Bei weitem noch lange nicht alles 😉 Dann gibt es auch so EM Keramik Ketten für Hunde. Soll ähnlich wie Bernsteinketten helfen. Auch hierzu kann ich keine Ergebnisse liefern. Gilt hier aber ebenso: warum es nicht einfach ausprobieren?

Dann sagt man nach: Schwarzkümmelöl soll gut sein! Ja, im Grunde ist es auch gut. Aber es ist auch mit Vorsicht zu genießen! Zuviel ist hier in dem Fall nämlich NICHT gut! Es kann auf die Leber des Hundes gehen. Deswegen hier, wenn ihr es nutzt: ein, zwei Tropfen Öl ins Futter, aber nur in einem gewissen Zeitraum von ca. 3 Wochen. Danach absetzen!! Wir haben eine kleine dreiwöchige Kur schon gemacht dieses Jahr. Ab und zu, ca 1 bis 2 Mal in der Woche, bekommt unser Hund auch Knoblauch in sein Fressen. Hier schreien auch viele: aber Knoblauch ist giftig für Hunde. Ja, dass ist durchaus richtig. Aber der Hund muss extrem viel Knoblauch zu sich nehmen, dass es toxisch für ihn werden kann. Swanie Simon, Tierheilpraktikerin und Buchautorin empfiehlt in ihrem Futterplan für Hunde 3x wöchentlich eine Knoblauchzehe (ca.3g) für einen 30 kg schweren Hund, das sind 0,3g/kg Körpergewicht auf eine Woche bezogen. Als toxisch bezeichnet sie 35,0g/kg Körpergewicht pro Woche. Aus Ihrer Sicht ist es mit der von ihr empfohlenen Dosis nicht möglich eine krankmachende Veränderung der roten Blutkörperchen herbeizuführen. Wollt ihr lieber sicher gehen, dann gebt einfach etwas weniger. Wie gesagt, wir geben ca 1 bis 2 Mal in der Woche etwas von einer ausgepressten Knoblauchzehe.

Dann gibt es auch noch reichlich natürliche Zeckenabwehrmittel. Sucht ihr welche, dann geht doch mal in Barfshops hinein und lasst euch da beraten. Denn ich denke, dass es für euren Hund besser ist, wenn ihr auf natürliche Mittel zurück greift, als dass ihr ihn mit Chemie vollpumpt. Mir ist durchaus bewusst, dass nicht alle Hundebesitzer es so sehen. Und natürlich kann es jeder machen wie er möchte. Aber vielleicht überlegt man sich ja doch einmal eine natürliche Variante und nimmt man auch damit die ein oder andere Zecke mal in Kauf, als das mein Hund Chemie bekommt, die wochenlang in seinem kleinen Körper ist und anderer Tiere abtötet.

Ich bin auch erst mit den Jahren um einiges schlauer geworden, was so manche Sachen betrifft. Aber ich möchte, dass mein Hund lange und gesund bei mir ist. Das kann ich erreichen, in dem ich ihn artgerecht ernähre und auch sonst keine unnötige Chemie in ihn hineinpumpe. Macht euch schlau, erkundigt euch. Es gibt heutzutage viele Möglichkeiten. Man muss nicht mehr unwissend sein 😉